Baufinanzierung ohne und mit Eigenkapital bzw. Eigenmittel

Eine alte (aber längst nicht mehr gültige) Regel besagt, dass man mindestens 20 Prozent an Eigenkapital mitbringen muss, um eine Immobilie bauen oder kaufen zu können - ansonsten würde sich keine Bank zu einer Darlehensvergabe bereit erklären. Heutzutage ist es jedoch fast problemlos möglich, eine Immobilie auch ohne den Einsatz von Eigenkapital zu finanzieren. Sowohl regionale Banken als auch Direktbanken bieten immer häufiger die so genannte Vollfinanzierung an.


Eigenkapital verbessert Kreditbedingungen bei der Baufinanzierung

Dennoch ist es empfehlenswert, Eigenkapital bei der Immobilienfinanzierung einzusetzen. Wer über Ersparnisse verfügt, die er in seine Finanzierung einbringen kann, der profitiert gleich doppelt: Zum einen stehen ihm mehr Darlehensgeber zur Auswahl, zum anderen Mittlerweile sind beim Immobilienkauf und bei der Baufinanzierung auch Vollfinanzierungen möglich; also der Verzicht auf Eigenkapital. Allerdings verschlechtern sich dadurch die Kreditbedingungen bezüglich des Zinssatzes. – © contrastwerkstatt - Fotolia.com kann er in den Genuss besserer Darlehenskonditionen gelangen. Des Weiteren bringt der Einsatz von Eigenmitteln den Vorteil mit sich, dass weniger Zinsen anfallen und man sich schneller entschulden kann.

In welchem Umfang bzw. in welcher Höhe Eigenmittel eingesetzt werden sollen, hängt stets vom jeweiligen Vorhaben ab. Verallgemeinert lässt sich jedoch sagen, dass es empfehlenswert ist, so viel Eigenkapital wie möglich einzusetzen. Wie bereits darauf hingewiesen wurde, nimmt die Höhe des Eigenkapitaleinsatzes auch auf die Konditionen Einfluss. Es lässt sich relativ einfach erklären weshalb dies so ist: Je höher die Aufwendung an Eigenmitteln ist, desto geringer ist der Darlehensbetrag, den die Bank für das Vorhaben bereitstellen muss. Für die Bank bedeutet das im Gegenzug, dass sie ein geringeres Risiko eingeht.

Werden beispielsweise Eigenmittel in Höhe von 20 Prozent der Gesamtkosten eingesetzt, so werden dem Darlehensnehmer Standardkonditionen angeboten. Beläuft sich die Höhe der Eigenmittel auf mindestens 40 Prozent der Gesamtkosten, so kann der Darlehensnehmer bereits mit den Top-Konditionen rechnen. Setzt der Bauherr oder Immobilienkäufer hingegen keine Eigenmittel ein, so ist das Engagement für die Bank mit einem höheren Risiko verbunden. Das wiederum bedeutet, dass man beim Abschluss seiner Vollfinanzierung verhältnismäßig ungünstige Konditionen in Kauf nehmen muss.

Übrigens müssen Eigenmittel keinesfalls nur für Eigenkapital stehen. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, Eigenmittel in eine Immobilienfinanzierung einzubringen. Ein gutes Beispiel sind die so genannten Eigenleistungen: Verfügt der Darlehensnehmer über gute handwerkliche Fähigkeiten, um beispielsweise bestimmte Aufgaben am Bau selbst zu übernehmen, so kann die dadurch entstehende Kostenersparnis im Rahmen der Finanzierung als Eigenmitteleinsatz angerechnet werden. Im Volksmund wird auch von der so genannten Muskelhypothek gesprochen.

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