Baugeld und Bauzinsen

Ohne Finanzierung ist ein Immobilienerwerb in den meisten Fällen nicht möglich. Nahezu alle Bauherren und Immobilienkäufer sind auf die Aufnahme von Fremdkapital angewiesen. Dabei haben Immobilieneigentümer in spe sehr viele Möglichkeiten: Der Finanzierungsmarkt wartet heutzutage mit einem sehr großen und vielfältigen Angebot auf. Denn in den vergangenen Jahren hat sich der Bereich der Immobilienfinanzierung in Deutschland stark verändert. Die günstigen Konditionen vieler Direktbanken haben die regionalen Banken, Bausparkassen und Versicherern in arge Bedrängnis gebracht. Aufgrund des starken Wettbewerbs werden potentielle Darlehensnehmer von allen Seiten umworben.


Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit Bankdarlehen

Regionale Banken wie auch Direktbanken warten in Sachen Immobilienfinanzierung Bankdarlehen gehören beim Immobilienerwerb bzw. beim Hausbau einfach dazu. Daher sollte man sich vorher ausgiebig über die Konditionen einzelner Banken informieren, damit das Baugeld günstig finanziert werden kann. – © micha - Fotolia.com mit der größten Auswahl an Finanzierungsmöglichkeiten auf. Zumeist setzen Häuslebauer in spe jedoch auf das klassische Annuitätendarlehen. Hierbei handelt es sich um ein Darlehen, dessen monatliche Rate fest vereinbart wird. Anfangs ist die Zinslast noch hoch bemessen, der Tilgungsanteil ist vergleichsweise niedrig. Im Laufe der Tilgungszeit sinkt der Zinsteil und der Tilgungsteil der Rate steigt. Der Löwenanteil des Annuitätendarlehens wird daher erst gegen Ende der Laufzeit abgetragen.

Die Aufnahme von Baugeld über eine Bank zeichnet sich durch kurze Bearbeitungszeiten aus. Weil die Banken das Finanzierungsgeschäft dominieren, können Bankdarlehen besonders gut an individuelle Anforderungen angepasst werden. Mittlerweile gelten diese Darlehen als äußerst flexibel. Die Auswahl an Zinsbindungsfristen ist groß, Sondertilgungen sowie auch eine nachträgliche Tilgungsanpassung können zumeist problemlos vereinbart werden.

Andere Finanzierungsformen wie zum Beispiel variable Darlehen werden von den Banken ebenfalls angeboten. Diese Form der Baufinanzierung ist jedoch riskanter und daher nur für wenige Bauherren in seltenen Fällen empfehlenswert. Der Zinssatz wird dabei nicht für eine bestimmte Zeit fixiert, sondern orientiert sich am Marktzins - wenn der steigt, verteuert sich das Baugeld.

Der Klassiker: Bauspardarlehen

Das Bausparen ist besonders in Deutschland Das Bauspardarlehen ist eine weit verbreitete Variante, um günstig an Baugeld zu kommen. – © contrastwerkstatt - Fotolia.com stark verbreitet. Deshalb gibt es viele Bauherren und Immobilienkäufer, die ein Bauspardarlehen im Rahmen ihrer Immobilienfinanzierung einbringen.

Die Besonderheit des klassischen Bauspardarlehens besteht darin, dass es nicht unmittelbar zur Verfügung steht. Stattdessen gilt es zunächst einmal den Bausparvertrag zu besparen. Erst wenn dieser zuteilungsreif ist, kann das Darlehen abgerufen werden. Die Konditionen des Bauspardarlehens werden bereits bei Abschluss des Vertrags vereinbart. Daher eröffnet das Bausparen die Möglichkeit, sich günstige Zinssätze schon frühzeitig bzw. mehrere Jahre vor dem Immobilienerwerb zu sichern.

Eine vollständige Immobilienfinanzierung über ein Bauspardarlehen kommt relativ selten vor - hohe Ansparbeträge und Abschlussgebühren halten etliche Interessenten davon ab. In den meisten Fällen werden kleinere Bauspardarlehen als Ergänzung zur Hauptfinanzierung eingebracht.

Versicherungsdarlehen

Auch Versicherungsunternehmen sind im Bereich der Immobilienfinanzierung tätig. Im Wesentlichen bieten auch sie Annuitätendarlehen an. Der Unterschied gegenüber der Aufnahme von Baugeld bei einer Bank besteht darin, dass die Versicherer nicht an die Zinsmärkte gebunden sind. Anstatt sich über den Kapitalmarkt zu finanzieren, können sie auf Kundengelder bzw. auf Versicherungseinlagen zurückgreifen. Diese Unabhängigkeit von den Kapitalmärkten erlaubt es den Versicherern, die Darlehenszinssätze selbst zu bestimmen und somit die Konditionen etlicher Banken zu unterbieten.

Weil Kundeneinlagen als Darlehen vergeben werden, gehen die Versicherer sehr vorsichtig vor. Richtig attraktive Darlehenskonditionen sind daher ausschließlich für potentielle Darlehensnehmer erhältlich, die mit einer sehr guten Bonität und einem hohen Eigenkapitaleinsatz aufwarten.

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