Baustoffe für den Hausbau

Der Bau oder Kauf eines Hauses ist für die meisten Menschen das größte Projekt, das sie im privaten Rahmen in ihrem Leben in Angriff nehmen. Viel Zeit, Geld und manchmal auch Nerven wollen investiert sein, damit schlussendlich der Traum von den eigenen vier Wänden Wirklichkeit wird. Bereits im Vorfeld von Bau oder Kauf gilt es viele Entscheidungen zu treffen. Neben Faktoren wie der Lage und Größe des Hauses spielen auch immer wieder die Ausstattung und damit letztlich auch die verwendeten Baustoffe eine große Rolle. Sie entscheiden im Endeffekt darüber, wie eine Immobilie auf Besucher und Bewohner wirkt, wie es um die Wohnqualität bestellt ist oder wie viel zusätzliche Arbeit zu Beginn und im Laufe der Bewohndauer investiert werden muss.


Baustoffe für die Ewigkeit?

Baustoffe, die praktisch unverwüstlich sind und für immer und ewig halten - welcher Die ausgewählten Baustoffe haben nicht nur einen Einfluss auf die Baukosten, sondern auch auf den Charakter eines Hauses. – © photoclicks - Fotolia.com Eigenheimbesitzer träumt nicht davon. Zumindest bisher bleibt es aber leider bei einer Wunschvorstellung: Egal wie hochwertig ein Baustoff ist und wie großzügig er auch verbaut wird, seine Lebensdauer bleibt beschränkt. Bei der Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Baustoff spielt gerade dieses Thema eine wichtige Rolle - schließlich soll ja nicht alle paar Jahre eine Grundsanierung fällig werden, sondern die Substanz so lange wie möglich erhalten bleiben.

Stehen verschiedene Baustoffe zur Debatte - beispielsweise für einen Bodenbelag, eine Zwischenwand oder ein Fenster - gilt es eine Vielzahl von Aspekten gegeneinander abzuwägen. Einerseits spielen natürlich die natürlichen Eigenschaften unterschiedlicher Baustoffe eine wichtige Rolle. Ebenso wichtig ist es aber auch zu überlegen, welchem Zweck der jeweilige Raum dienen soll. Ein Beispiel: Ein Holzbelag wie Parkett ist zwar sehr strapazierfähig und langlebig - soll der Raum aber zum Badezimmer ausgebaut werden oder in anderer Weise regelmäßig mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, wäre das teure Parkett mit großer Wahrscheinlichkeit eine Fehlinvestition, da es schon nach kurzer Zeit ersetzt werden müsste. Die Funktionalität spielt also auch bei der Auswahl der Baustoffe und nicht nur bei der Grundriss- und Innenraumplanung eine wichtige Rolle.

Kosten vs. Qualität

Für Bauherren in der Planungsphase gilt es stets einen guten Kompromiss zu finden: Einerseits darf das sowieso schon arg gebeutelte Budget in den meisten Fällen nicht überstrapaziert werden, andererseits lohnt sich die Investition in höherwertige Baustoffe in jedem Fall, da nur aus hochwertigen Ausgangsstoffen gute und haltbare Produkte hergestellt werden können. Höherwertig bedeutet aber keinesfalls, Immer mehr Bauherren im privaten Bereich entdecken den Baustoff Holz für sich. – © BG - Fotolia.com dass jedes Eigenheim luxuriös ausgebaut werden muss, um möglichst lange attraktiv und wertig zu wirken. Im Gegenteil können sehr kostspielige Materialien wie beispielsweise einige Edelmetalle oder Steine sogar sehr empfindlich sein und damit permanent für hohen Pflegeaufwand sorgen.

Wer eher preisbewusst baut, sollte sich aber besser nicht für die schlechteste Qualität eines Baustoffs entscheiden, sondern lieber nach höherwertigen und bezahlbaren Alternativen Ausschau halten. Was bringt es beispielsweise, einen schönen, aber sehr anfälligen Dielenboden aus dünnem, weichem Holz in einem Haus zu verlegen, in dem Kinder wohnen werden? In Rekordzeit wird ein solcher Boden unansehnlich verkratzt sein und Kosten für dessen Aufarbeitung oder (wenn das Holz zu dünn war) dessen Austausch nach sich ziehen.

Bei ihrer Entscheidung für oder gegen bestimmte Baustoffe sollten Bauherren daher immer Faktoren wie deren natürliche Eigenschaften oder die Art, Dauer und Häufigkeit ihrer Nutzung gegeneinander abwägen und nachrechnen, welche Qualitätsstufe sich dauerhaft rentiert. In den meisten Fällen lohnt sich eine höhere Anfangsinvestition in eine höhere Qualität verschiedener Baustoffe, da deren Lebensdauer bei angemessener Nutzung im Regelfall über der von extrem günstigen Baustoffen liegt.

Bauen ganz einfach

Der Auswahl passender Baustoffe kommt erst Recht eine große Bedeutung zu, wenn eine Immobilie selbst gebaut, ausgebaut oder umgebaut werden soll. Bei der Auswahl der Baustoffe ist auf eine gute Qualität zu achten, damit die Funktion des Baustoffes möglichst lange erhalten bleibt und Renovierungen nicht so schnell notwendig werden. – © Otmar Smit - Fotolia.com Dann nämlich spielen nicht nur die Anschaffungskosten eine Rolle - wichtig ist in einem solchen Fall auch, dass sich die Materialien gut und möglichst leicht auch von Amateuren verarbeiten bzw. verlegen lassen. Wichtig ist dieser Punkt insbesondere deshalb, weil der Aus- oder Umbau schließlich in akzeptabler Zeit und Qualität vonstatten gehen soll. Wenn ein Baustoff jedoch umständlich verarbeitet werden muss oder ist es kompliziert ihn zu verlegen, sollte die Wahl noch einmal überdacht oder ein Fachbetrieb zu Rate gezogen werden.

Aber nicht nur eine möglichst einfache Handhabung von Baumaterialien ist beim selbständigen Ausbau oder Umbau wichtig. Auch das Thema Arbeitsschutz sollte dabei nicht zu kurz kommen. Gerade wer alte Gebäude kauft und im Anschluss selbst ausbaut, muss beispielsweise damit rechnen, auf potenziell gefährliche Substanzen wie Asbest zu stoßen. Hier muss in jedem Fall ein Fachbetrieb hinzugezogen werden, damit das alte Material sicher entfernt und entsorgt werden kann.

Ein ebenfalls wichtiger Punkt betrifft die spätere Gestaltung der Immobilie: Sehr sinnvoll kann es beim Ausbau in Eigenregie sein, von Anfang an auf offene oder flexible Wohnkonzepte zu setzen oder alternativ Trennwände hochzuziehen, die später ohne größeren Aufwand wieder eingerissen werden können, wenn der Bedarf es erfordert. Insbesondere wenn Trennwände nicht massiv ausgeführt werden ist es möglich, sie bei einem späteren Umbau einzureißen oder zu versetzen. Darunter müssen nicht einmal Wärme- und Schalldämmung leiden: Heutzutage gibt es schon vergleichsweise leichte und flache Dämmplatten, die optimal dämmen, aber trotzdem leicht zu montieren und ebenso wieder zu entfernen sind.

Guter Brandschutz mit den richtigen Baustoffen

Gute Baustoffe zeichnen sich nicht nur durch eine gute Optik und Langlebigkeit, sondern auch durch ihre Sicherheit aus. Egal ob Dacheindeckung, Bodenbelag, Türen oder Wände: Sämtliche verwendeten Baustoffe sollten nicht nur gesundheitlich unbedenklich, sondern im besten Fall auch sicherheitsförderlich sein.

Insbesondere der Brandschutz spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle: Gute Baumaterialien sind in jedem Fall schwer entzündlich oder verhindern sogar aufgrund ihrer Eigenschaften die Ausbreitung eines Brandes im Haus. Sinnvoll erscheint es daher, insbesondere bei Fluchtwege wie etwa im Treppenhaus nicht oder nur schwer entflammbare Materialien wie Stein zu verwenden. Flauschige Teppiche, Stoffe und Tapeten dagegen erhöhen zwar den Wohnkomfort, leider aber oftmals auch die Brandgefahr. Es ist übrigens ein bloßes Vorurteil, dass Holzhäuser ein höheres Brandrisiko bergen: Werden gute Hölzer verwendet, ist das Haus aufgrund der natürlichen Eigenschaften der Hölzer sogar nur sehr schwer entflammbar.

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