Baustoffe für Dacheindeckung bei Steildach und Flachdach

Die Dacheindeckung spielt im Hausbau eine wichtige Rolle. Schließlich muss sie den Innenraum gegen die Witterung schützen und eine hohe Dichtigkeit und Lebensdauer aufweisen. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, ist nicht nur die Auswahl des Materials von entscheidender Bedeutung; auch die Techniken der Verlegung sind auf die Dachform abzustimmen. Grundsätzlich unterscheiden sich Flachdach und geneigte Dächer in der Dacheindeckung deutlich voneinander.


Dachschiefer - die natürlichste Dacheindeckung

Dachschiefer zählt zu den ältesten bekannten Dacheindeckungen. Aber Dachschiefer hat einen ganz anderen Charakter als andere Dacheindeckungen - die Natürlichkeit des Materials lässt ein Gebäude mit Dachschiefer ganz besonders wirken. – © mhp - Fotolia.com erst seit einigen Jahren ist dieser natürliche Baustoff wieder stärker gefragt. Das hängt damit zusammen, dass Schiefer ein natürliches Material ist, hohen ästhetischen Ansprüchen gerecht wird, sich individuell gestalten lässt, sich durch eine hohe Lebensdauer auszeichnet und eine entsprechende Widerstandskraft gegenüber Witterungseinflüssen besitzt. Nachteilig wirken sich dagegen die hohen Kosten aus, da Dachschiefer ein gewisses Können und Erfahrung in der Verlegung voraussetzen.

Dachziegel und Dachsteine

Seit Jahrhunderten für die Dacheindeckung im Einsatz sind Dachziegel und Dachsteine. Beide unterschieden sich in erster Linie aufgrund des Materials. Dachziegel bestehen aus gebranntem Ton, Dachsteine aus Beton oder Naturstein. Aus diesen Materialunterschieden ergeben sich auch die wesentlichen Eigenschaften beider Baustoffe.

Dachziegel sind leichter und frostbeständiger. Daher eignet sich die Ziegeldeckung auch eher zur Sanierung von Altbauten, deren Dachkonstruktion nur für eine bestimmte Belastung ausgelegt ist. Dachsteine sind dagegen schwerer, aber in der Regel günstiger in den Anschaffungskosten. Die Verlegung beider Baustoffe ist dagegen einfach und unkompliziert.

Wie teuer eine Dacheindeckung mit Dachziegeln am Ende ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Fläche spielt in diesem Zusammenhang auch die Form und Verlegung der Dachziegel gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Farben; es müssen dabei nicht immer rote Biberschwanzziegel sein. – © Twilight_Art_Pictures - Fotolia.com verwendeten Dachziegel eine Rolle. Eine Variante ist der Biberschwanzziegel, dessen abgerundetes Ende an den Schwanz des Bibers erinnert. Aufgrund des hohen Materialaufwands und der damit verbundenen Kosten suchen Bauherren aber oftmals nach günstigeren Alternativen. So genannte Falzziegel zeichnen sich durch die namensgebende Verfalzung an den Seiten und/ oder Kopfenden aus, welche diesem Dachziegel eine besondere Dichtigkeit verleihen. Ein weiterer Vorteil dieser Dacheindeckung ist das geringere Gewicht, da dank der Verfalzung auf die Doppeldeckung verzichtet werden kann.

Bitumendachbahnen und Kunststoffbahnen

Flachdächer können nicht mit Dachziegeln oder Dachsteinen eingedeckt werden. Stattdessen kommen für diese Dachform Bitumendachbahnen zum Einsatz. Sie zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit, hohe Dichtigkeit und Elastizität aus. Für die flächige Verlegung werden die einzelnen Bitumenbahnen miteinander verschweißt, um eine geschlossene und dichte Oberfläche zu Die Gefahr bei Flachdächern besteht darin, dass das Regenwasser nicht ablaufen kann, sich staut und dann undichte Stellen verursacht. Bitumendachbahnen und Kunststoffbahnen sollen hier Abhilfe schaffen. – © SyB - Fotolia.com erhalten. Auf Wunsch kann ein Flachdach mit verschiedenen Farben eingedeckt werden. Eingelegte Gewebe aus Glas oder Polyester und Beschichtungen verbessern die Eigenschaften der Bitumendachbahnen und machen sie noch widerstandsfähiger. Je nach Standort und Dachaufbau (begrüntes Flachdach, Dachterrasse) muss eine Bitumendachbahn unterschiedlichen Belastungen standhalten.

Kunststoffbahnen ähneln den Bitumendachbahnen: Reine Hochpolymerbahnen bestehen komplett aus Kunststoff, kommen aber auf ähnliche Weise zum Einsatz wie Bitumenbahnen oder Verbundprodukte. Zur Abdichtung von Flachdächern werden die Kunststoffbahnen miteinander verschweißt und müssen gegebenenfalls fest mit der Unterlage verbunden werden. Da die Dachbahnen selbst elastisch sind, ist eine flächige Unterkonstruktion notwendig, auf die sich Bitumendach- und Kunststoffbahnen befestigen lassen. Wenn dagegen ein Lastdachaufbau in Form einer Dachterrasse vorgesehen, reicht es aus, die Dachbahnen untereinander zu verbinden.

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