Industriedämmstoffe im Hausbau

Die Wärmeisolierung hat in den vergangenen Jahren für den Hausbau deutlich an Bedeutung gewonnen. Schließlich sorgt eine gute Dämmung für niedrigere Wärmeverluste und macht sich daher auch bei den laufenden Kosten bemerkbar. Häufig zum Einsatz kommen zum Zweck der Wärmedämmung Dämmstoffe, die industriell gefertigt werden.


Aufgaben von Dämmstoffen

Grundlegende Aufgabe der Industrie-Dämmstoffe ist natürlich die Isolierung nach außen und die Vermeidung großer Wärmeverluste. Aber die Dämmung muss daneben noch weitere Funktionen erfüllen. So sollte das Dämmmaterial möglichst nicht bzw. nur schwer entflammbar sein. Gleichzeitig spielt beim Thema Wärmedämmung der Feuchteschutz eine Rolle. Feuchtigkeit mindert die Wirkung der Industrie-Dämmstoffe und kann gleichzeitig zu Schimmelbildung führen, was am Ende den Austausch der Wärmedämmung oder anderer Hausbauteile notwendig macht.

Industrie-Dämmstoffe auf Mineralfaser-Basis

Zu den sehr häufig im Hausbau eingesetzten Industrie-Dämmstoffen gehört Mineralwolle oder Mineralfaserdämmstoff. Durch Schmelzen, Zentrifugieren und anschließendes Glaswolle und Steinwolle gehören sicherlich zu den bekanntesten Industriedämmstoffen, die vielfältig einsetzbar sind. – © Cornelia Pithart - Fotolia.com Düsenziehen entstehen aus dem Ausgangsmaterial Glas- oder Steinwolle. Neben den Fasern besteht Mineralfaserdämmstoff aus Kunstharz und weiteren Zusätzen. Bezüglich der Verwendung ist Mineralwolle einer der vielseitigen Industrie-Dämmstoffe, der vom Dach bis in den Keller zum Einsatz kommen kann.

Angeboten werden Mineralfaserdämmstoffe in unterschiedlichsten Formen und Dicken, die auf jede denkbare Anforderung beim Hausbau zugeschnitten sind. Begünstigt wird diese Variationsbreite durch die Eigenschaften der Mineralfaserdämmstoffe. Sie sind nicht brennbar, aufgrund ihrer mineralischen Basis resistent gegen Schimmel, Fäulnis oder Ungeziefer und zudem diffusionsoffen.

Nachteilig wirkt sich allerdings die Tatsache aus, dass die wärmedämmenden Eigenschaften der Mineralwolle durch Feuchtigkeit negativ beeinflusst werden. Zudem ist sie nicht kompostierbar und es entstehen bei der Verarbeitung Faserstäube. Alte Mineralfaserdämmstoffe können zudem gesundheitsschädlich sein.

Druckfester Dämmstoff aus Quarzsand

Überall dort, wo es im Hausbau auf eine hohe Druckfestigkeit der Industrie-Dämmstoffe ankommt, können Bauherren zum so genannten Schaumglas greifen. Zur Herstellung dieses Dämmstoffs wird Quarzsand verwendet, der zu Glas geschmolzen und anschließend mit Kohlenstoff aufgeschäumt wird. Aufgrund seiner Druckfestigkeit, der Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost und einer hohen Formstabilität eignet sich Schaumglas hervorragend zur Außendämmung, Bodenisolierung und für begrünte Dächer.

Die Eigenschaft, kein Wasser aufzunehmen, macht Schaumglas zudem zu einem idealen Dämmstoff in Nassbereichen oder zur Wärmedämmung in Bereichen, die später Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Angeboten wird Schaumglas in Form von Dämmplatten und Formteilen. Bei der Verarbeitung sollten Punktlasten vermieden werden, da der spröde Industrie-Dämmstoff Schaumglas auf den ungleich verteilten Druck mit Bruch reagieren kann.

Industrie-Dämmstoff auf Kunststoff-Basis

Den Anblick weißer Polystyrol-Dämmplatten kennen viele Heimwerker. Dabei handelt es sich um einen Industrie-Dämmstoff auf Kunststoff-Basis, der aus Erdöl hergestellt wird. Dazu wird ein Granulat aus Polystyrol mit Polystyrol-Dämmplatten werden an Wänden und Decken zur Wärmedämmung angebracht. Sie überzeugen vor allem durch ihr geringes Gewicht und ihre Funktionalität. – © G. Schwarz - Fotolia.com einem Treibmittel versehen, erhitzt, aufgeschäumt und anschließend in die gewünschte Form gebracht. Ein großer Vorteil dieses Industrie-Dämmstoffs ist die relativ leichte Verarbeitung.

Aufgrund der Druckfestigkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Nässe, Schimmel bzw. Fäulnis kann Hartschaum zur Wärmedämmung an Wand und Decke, aber auch zur Trittschalldämmung genutzt werden. Hier eignen sich Hartschaumplatten etwa zur Isolierung vor dem Verlegen von Laminat oder Parkett. Neben den bekannten Dämmplatten ist Hartschaum auch als Bahn im Baustoffhandel erhältlich. Durch die Behandlung mit Flammschutzmittel ist eine Polystyrol-Dämmung schwer entflammbar und daher auch für viele unterschiedliche Bereiche geeignet.

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