Naturdämmstoffe im Hausbau

Industrie-Dämmstoffe sind bereits seit Jahren beim Hausbau in Gebrauch. Gegenüber den natürlichen Dämmstoffen haben sie aber entscheidende Nachteile: Einige Dämmstoffe aus der industriellen Produktion können unter Umständen die Gesundheit gefährden. Daneben schneiden natürliche Dämmstoffe vor dem Hintergrund der ökologischen Verträglichkeit in vielen Fällen besser ab als das industrielle Gegenstück. Für das energieeffiziente Bauen lohnt sich daher der Einsatz von natürlichen Dämmstoffen, die in Tests immer wieder gute Dämmeigenschaften zeigen.


Nachteile von Naturdämmstoffen

Allerdings haben Natur-Dämmstoffe auch Nachteile. Holz, Kork oder Baumwolle sind Die in Frage kommenden Naturdämmstoffe sollten immer auf auch auf ihre Nachteile überprüft werden. Denn ein Befall und Zerfall der Naturdämmstoffe kann zu einem schnellen Austausch führen, was ökologisch zu kurz gedacht ist. – © ingwio - Fotolia.com von Natur aus nur bedingt feuerfest. Zur Eindämmung der Brandgefahr muss dieses Dämm-Material mit Flammschutzmitteln behandelt werden. Weiterhin sind natürliche Dämmstoffe anfällig für den Befall von Schimmel oder Ungeziefer, was vorbeugende Maßnahmen erforderlich macht. Außerdem ist Staunässe ein Problem für natürliche Dämmstoffe: Über einen langen Zeitraum führt sie zu dauerhaften Schäden - die Dämmung muss ausgetauscht werden.

Natürliche Dämmstoffe aus Holz und Zellulose

Seit einigen Jahren gewinnt Holz im Hausbau wieder an Bedeutung. Dabei sind dessen Einsatzmöglichkeiten längst nicht mehr auf Fußboden, Fenster und Türen beschränkt. Holz eignet sich - dank der guten Wärmespeicherfähigkeit - hervorragend für den Einsatz als Isolation. Zum Einsatz kommt der Dämmstoff in unterschiedlichen Formen, etwa als Holzfaserdämmplatte. Hergestellt aus Nadelholzresten, die miteinander verpresst werden, lassen sich die Platten vielseitig und in Eigenregie einsetzten. Zu den Einsatzmöglichkeiten zählen etwa die Innenraumdämmung unterm Dach Holz ist auch als nachwachsender Dämmstoff sehr vielseitig einsetzbar. – © BG - Fotolia.com oder eine Trittschalldämmung vor dem Verlegen des Fußbodenbelags. Auf Profis nicht verzichten sollte man dagegen bei der Verwendung von Holz als Einblasdämmstoff. Eingesetzt zur Hohlraumverfüllung, zur Zwischensparrendämmung und im Holzskelettbau ist auch hier auf die Behandlung gegen Schädlingsbefall und Schimmel zu achten.

Zellulose ist ein preiswerter Naturdämmstoff und zeichnet sich durch seine gute Wärmedämmfähigkeit aus. Hergestellt wird das Dämmmaterial aus Altpapier, das zerkleinert und weiterverarbeitet wird. Anschließend kann es als Einblasdämmung bzw. Dämmplatte eingesetzt oder aufgespritzt werden. Zellulose ist nicht für Bereiche mit dauerhafter Feuchtigkeit geeignet, kann ansonsten aber in vielen Bereichen des Hausbaus - etwa der Zwischensparrendämmung - verwendet werden.

Hanf und Flachs als natürlicher Dämmstoff

Hanf und Flachs lassen sich ebenfalls für Dämmstoffe auf Naturfaser-Basis verwenden. Dazu werden die Fasern der Pflanzen zu Vlies oder Matten verarbeitet und mit Flammschutzmitteln behandelt. Neben dem Einsatz im Decken- und Wandbereich eignen sich die Naturfasern auch für die Verwendung auf Fußböden. Hier kommen die schallisolierenden Eigenschaften der Flachs- und Hanffasern besonders zur Geltung.

Für den Dämmstoff Hanf spricht im Besonderen, dass er von Natur aus gegen Schädlinge resistent ist. Daher kann im Rahmen der Herstellung auf Zusatzstoffe verzichtet werden. Allerdings sind die Wärmespeichereigenschaften von Hanf und Flachs nicht so gut ausgeprägt wie beim Dämmstoff Holz.

Dämmplatten aus Kork

Kork findet seit langer Zeit Verwendung, hat aber an Bedeutung als Dämmstoff verloren. Dabei sprechen einige Eigenschaften für den Einsatz von Kork, denn der Naturstoff ist hochbelastbar, schalldämmend und sehr alterungsbeständig. Zudem lassen sich Korkplatten nach ihrem Einsatz als Dämmstoff granulieren und wiederverwenden. Weiterhin ist Kork resistent gegen Fäulnis und kommt zur Dach- bzw. Deckenisolierung und der Trittschaldämmung in Frage. Allerdings ist Kork kein billiger Dämmstoff und hat daher an Bedeutung verloren.

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