Brunnenbau für die Wasserversorgung
Grundwasser war schon immer eine wichtige Wasserquelle. Um es erschließen zu können, ist der Bau von Brunnen notwendig. Der Brunnenbau ist ein Teilgebiet des Bauwesens, in das zahlreiche Modernisierungen Eingang gefunden haben. Längst werden Brunnen nicht mehr hauptsächlich mit manueller Funktionsweise gebaut. Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Methoden, wie man in das Erdreich vordringen kann. Unterschieden werden im Brunnenbau zudem Vertikalbrunnen und Horizontalbrunnen.
Vertikale Brunnen
Zu den vertikal angelegten Brunnen zählen der klassische Schachtbrunnen, der Bohrbrunnen und der Schlagbrunnen. Wie diese Bezeichnungen bereits implizieren, beziehen sich die Wortbestandteile "Schacht-", "Bohr-" und "Schlag-" auf die Methodik, wie das Grundwasservorkommen erschlossen wird.
Der Schachtbrunnenbau ist eine Variante, die noch stark an den Brunnenbau erinnert, wie er auch in früheren Zeiten durchgeführt wurde. Um einen Schachtbrunnen zu errichten, wird in einem ersten Schritt ein Schacht ausgehoben, der bis zum Grundwasservorkommen reicht. Damit der Schacht nicht einstürzen kann, wird er befestigt. Eine Möglichkeit ist das Einbringen von Betonschachtringen oder aber die Absicherung mit Mauerwerk. Bei einem Bohrbrunnen werden hingegen Bohrungen vorgenommen, die es ermöglichen, viel tiefer in das Erdreich vorzudringen. Allerdings müssen auch hierbei die Seitenwände des Brunnens vor einem Einsturz bewahrt werden - entweder, indem ein Rohr eingesetzt wird oder indem ein flüssiger Stoff, der sich später verhärtet, in das Bohrloch eingebracht wird. Das Verfahren des Bohrbrunnenbaus ist äußerst effektiv, so dass es auch bei großen Vorhaben zum Einsatz kommen kann.
Bei einem Schlagbrunnen wiederum wird nicht im eigentlichen Sinne gebohrt, sondern vielmehr gerammt. Auf diese Art und Weise wird ein Rohr in das Erdreich getrieben, das Grundwasservorkommen nutzbar machen kann. An die Erdoberfläche transportiert wird das Wasser bei Schlagbrunnen häufig durch einfachere Pumpen, da das Anwendungsgebiet dieser Brunnen ohnehin begrenzt ist. Oft findet man Schlagbrunnen in Gärten, in denen sie das für die Bewässerung von Beeten notwenige Wasser bereitstellen.
Horizontale Brunnen
Der Begriff "horizontaler Brunnen" verwirrt etwas: Mit diesem Begriff soll nicht angedeutet werden, dass für den Bau eines solchen Brunnens kein vertikales Vordringen in das Erdreich erforderlich ist. Vielmehr spielt er darauf an, dass zusätzlich zu diesem Vordringen in die Tiefe horizontale Elemente beim Brunnenbau eingebracht werden. Dabei handelt es sich um Rohre, die Wasser aufnehmen können. Ihren Platz finden diese Rohre im Grundwasserleiter, also in einer gewissen Tiefe, die erst einmal durch ein vertikales Vorstoßen erschlossen werden muss.
Der einfachste horizontale Brunnen ist eine simple Sickerrohrleitung. Sie wird nahe der Erdoberfläche verlegt, ist aber nicht immer zweckmäßig, da besondere Bedingungen vorherrschen müssen, damit auf diesem Wege überhaupt Wasser, und dann auch noch sauberes Wasser, gewonnen werden kann. In der Regel dringen Horizontalbrunnen dementsprechend in tiefere Erdschichten vor, um große Mengen sauberen Grundwassers fördern zu können. Die einzelnen, horizontal verlegten Rohre führen bei Horizontalbrunnen zu dem vertikalen Schacht, in dem das gewonnene Wasser gesammelt wird. Über diesen Schacht kann es dann auch an die Erdoberfläche transportiert werden, so dass Nutzer nur mit einer einzigen Wasserquelle in Berührung kommen, obwohl in der Tiefe des Brunnens mehrere Quellen erschlossen werden.
Weitere Informationen rund um den Brunnenbau
Copyright 2010 Bauwesen.de
|