Bodenbeschaffenheit – Altlasten bei Grundstückskauf

Wenn es um die Auswahl eines Grundstücks geht, dann achten der Großteil angehender Käufer primär auf die Lage und Grundstücksgröße. Themen wie Bodenbeschaffenheit oder Altlasten werden nur von den wenigsten berücksichtigt. Dies liegt in erster Linie daran, dass nur die wenigsten Menschen über die Möglichkeit verfügen, Böden und deren Beschaffenheit selbst einschätzen zu können. Aber sind beide Punkte sehr wichtig und sollen an dieser Stelle näher erläutert werden.


Bodenbeschaffenheit bestimmt mögliche Gebäudearten und Bauformen

Bezüglich der Bodenbeschaffenheit ist zu sagen, dass es die unterschiedlichsten Böden gibt. Das Spektrum reicht vom verhältnismäßig weichen Sandboden bis hin Die Art des Bodens bestimmt auch die Art der möglichen Gebäude und Bauformen. – © Ingo Bartussek - Fotolia.com zum harten Lehmboden. Je nach Beschaffenheit des Bodens wirkt sich dies natürlich auch auf das Bauvorhaben aus. In Abhängigkeit vom Bodengrund und dessen Eigenschaften kann die Realisierung bestimmter Gebäudearten oder Bauformen unter Umständen nicht möglich oder erschwert sein. Gerade bei weichen Böden besteht eine Gefahr des Absackens, weshalb besonders tiefe Fundamente erstellt werden müssen, was sich zumindest finanziell auf das Vorhaben auswirkt.

Allerdings handelt es sich bei der Bodenbeschaffenheit um ein Thema, das Bauherren nur innerhalb eines gewissen Rahmens berücksichtigen können. Wer in einer ganz bestimmten Region bauen möchte, der kann auf nahezu jedem Bauplatz die selben Bodeneigenschaften vorfinden. Deshalb wird es auch nur in den seltensten Fällen soweit kommen, dass die Entscheidung bei der Grundstücksauswahl von der Bodenbeschaffenheit abhängig ist.

Ganz anders sieht es hingegen bei den Altlasten aus. Hierunter versteht man Spuren und Rückstände, die auf eine frühere Nutzung des Grundstücks zurückzuführen sind. Bei den Rückständen kann es sich um harmlose Materialien, wie zum Beispiel alte Grundmauern handeln. Es ist aber auch genauso gut möglich, dass von den Altlasten eine ernsthafte Gefahr ausgeht, was zum Beispiel der Fall ist, wenn sich giftige, chemische Rückstände im Erdreich angesammelt haben.

Gesundheitsbedenkliche Altlasten sind vor allem auf Grundstücken zu finden, die zuvor gewerblich genutzt wurden. Die Gefahr, solch ein Grundstück zu „erwischen“ ist allerdings gering. Die Gemeinden sind sich dieser Gefahren bewusst und lassen den Bodengrund von Neubaugebieten gründlich prüfen, bevor eine Freigabe erteilt wird. Sollte man dennoch seine Zweifel haben, so besteht immer noch die Möglichkeit, den Bodengrund von Experten analysieren zu lassen – wobei man die Kosten für entsprechende Untersuchungen in aller Regel selbst tragen muss.

Abschließend noch ein Hinweis für den Fall, dass einem tatsächlich ein Grundstück angeboten wird, auf dem sich Altlasten befinden. Sollte es sich hierbei um gesundheitsbedenkliche Altlasten handeln, so ist es am besten, von einem Kauf abzusehen. Die Kosten einer Bodenreinigung sind üblicherweise so hoch, dass selbst das schönste und bestgelegenste Grundstück seine Attraktivität verliert.

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