Grundstückserschließung – Bauland, Bauerwartungsland

Nicht alle Grundstücke dürfen umgehend bebaut werden. In der Praxis kommt es häufiger vor, dass Grundstücke von Neubaugebiete angeboten und verkauft werden, die noch nicht erschlossen sind. Bei diesen Grundstücken handelt es sich um Bauerwartungsland, welches noch erschlossen werden muss, um den Status des so genannten Baulands zu erlangen.


Grundstückserschließung verursacht Erschließungskosten

Unter der Erschließung versteht man die Schaffung und Bereitstellung grundlegender Bevor ein Grundstück bebaut werden kann, müssen erst die Erschließungsarbeiten abgeschlossen sein, die zu Erschließungskosten führen. – © Michel Angelo - Fotolia.com Versorgung mit Elektrizität, Wasser, Abwasser und gegebenenfalls auch Gas. Des weiteren fällt auch die Anbindung an den Straßenverkehr in den Bereich der Grundstückserschließung. Initiiert wird eine Grundstückserschließung durch die jeweilige Kommune, wobei diese nicht zwingend alle Aufgaben übernehmen muss. Seit einigen Jahren ist festzustellen, dass zunehmend mehr dieser Aufgaben an angeschlossene Versorgungsbetriebe übertragen werden.

Was die Kosten einer Grundstückserschließung betrifft, so ist der Großteil vom Grundstückseigentümer zu tragen. Die Kommunen übernehmen zwar stets einen Teil der Erschließungskosten, doch im Vergleich fällt der Anteil der Kommune verhältnismäßig gering aus. Wenn also ein Grundstück erschlossen wird, kommen auf den Eigentümer nicht ganz unerhebliche Kosten zu. Da aber meist mehrere Grundstücke zusammen erschlossen werden, werden die Gesamtkosten auf sämtliche Grundstückseigentümer umgelegt. Im welchen Verhältnis die Erschließungskosten auf die einzelnen Eigentümer umgelegt werden, hängt in erster Linie von der Grundstücksgröße sowie von der Nutzungsart ab. So haben beispielsweise die Eigentümer von gewerblich nutzbaren Grundstücken mit einem höheren Kostenanteil zu rechnen.

Wer sich im Besitz von Bauerwartungsland befindet und gar nicht bauen möchte, der wird sich über entsprechende Pläne der Kommune eventuell nicht ganz so sehr freuen. Denn auch in diesem Fall ist man zu einer Teilübernahme der Kosten verpflichtet. Allerdings kann der Kostenanteil reduziert werden, indem man sich nur an den Gesamtkosten beteiligt, aber keine fertigen Anschlüsse zum Grundstück herstellen lässt – dies kann auch noch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, beispielsweise wenn ein konkretes Bauvorhaben geplant ist. Übrigens kann man auch in solchen Fällen einer Grundstückserschließung etwas Positives abgewinnen: Wenn Bauerwartungsland zu Bauland wird, so steigen die Grundstückspreise und somit auch das eigene Vermögen.

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