Grundstückslasten – Wohnrecht, Wegerecht

Wie bereits mehrfach erwähnt wurde, spielen die so genannten Lasten und Beschränkungen, die in einem Grundbuch stehen können, eine ganz wichtige Rolle. In Abhängigkeit von den jeweiligen Lasten und Beschränkungen kann es nämlich vorkommen, dass sie im Rahmen der Eigentumsübertragung nicht gelöscht und somit vom neuen Eigentümer akzeptiert werden müssen. Um für mehr Klarheit und ein besseres Verständnis zu sorgen, folgen zunächst einig Beispiele für Lasten und Beschränkungen der unterschiedlichsten Art.


Beispiele für Grundstückslasten

Einer der „Klassiker“ unter den Grundstückslasten, von dem die meisten Grundstücksinteressenten Bevor man ein Grundstück erwirbt, sollte man sich über die bestehenden Grundstückslasten informieren. – © Maria.P. - Fotolia.com schon einmal etwas gehört haben, ist das so genannte Wohnrecht. Hierbei handelt es sich um ein Recht, das es einer bestimmten Person gestattet, ein Leben lang (oder zumindest so lange, bis der Grundbucheintrag geändert wird) in der Immobilie zu wohnen. Rechte dieser Art lassen sich beispielsweise Eltern zusichern, die ihr Immobilieneigentum aus steuerlichen Gründen frühzeitig an ihre Kinder übertragen.

Ein Beispiel für eine Beschränkung ist das Ausübungsverbot einer bestimmten gewerblichen Tätigkeit. Beschränkungen dieser Art sind vor allem in Grundbüchern von Eigentumswohnungen oder kleineren Gewerbeeinheiten zu finden, die von Unternehmen verkauft werden und sich in deren Nähe befinden. Auf diese Weise möchten die Unternehmen sicherstellen, keine Konkurrenz im eigenen Haus oder aus der angrenzenden Umgebung fürchten zu müssen.

Über Lasten und Beschränkungen können sich natürlich nur die wenigsten Kaufinteressenten freuen. Doch glücklicherweise ist es in vielen Fällen möglich, diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen, beispielsweise indem Wohnrechtsbegünstigte von der Ausübung ihres Recht absehen und somit eine Löschung des Grundbucheintrags vorgenommen werden kann. In der Praxis verhält es sich so, dass gerade Wohnimmobilien lastenfrei übergeben werden, was auch explizit im Kaufvertrag festgehalten wird. Die bisherigen Eigentümer müssen sich also darum kümmern, dass Wohnrechte abgetreten und Grundschuldeintragungen gelöscht werden.

Allerdings ist es nicht bei jedem Immobilienerwerb möglich, dass die Grundbuch-Abteilungen II und III vollständig lastenfrei übergeben werden. Ein gutes Beispiel stellen Wegerechte (wenn beispielsweise der Nachbar den Hof überqueren muss, um an sein eigenes Grundstück zu gelangen) dar: Sie sind häufig sehr schwer zu löschen und müssen deshalb von den Käufern mit übernommen werden, wobei sich dies nicht zwingend nachteilig auswirken muss.

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