Dach – Formen und Baustoffe

Ein Dach trennt Außen- und Innenraum voneinander ab und dient als Schutz vor der Witterung. Gleichzeitig erfüllt das Dach aber noch eine Vielzahl anderer Funktionen. So dient es der Dämmung des Innenraums, bietet ausreichend Fläche für die Installation einer Solaranlage oder kann begrünt werden. Zudem prägt das Dach durch seine Form den Gesamteindruck des Hauses und muss daher auch ästhetischen Ansprüchen genügen. Im Zuge der Bauplanung muss sich der Bauherr daher entscheiden, welche Form das Dach haben soll. Dabei spielt aber nicht nur die Optik eine Rolle: Auch die Witterungsverhältnisse sind in die Auswahl einzubeziehen. Nicht jede Dachkonstruktion bzw. dessen Deckung eignet sich für den Einsatz in mitteleuropäischen Breiten.


Flachdach

Eine Dachform, die heute in vielen Bereichen zum Einsatz kommt, ist das Flachdach. Wie die Bezeichnung bereits nahe legt, handelt Ein Flachdach ermöglicht zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten. Außerdem kann bei Wohngebäuden so das obere Geschoss ohne Dachschräge genutzt werden. – © Michael Neuhauß - Fotolia.com es sich dabei um eine Dachkonstruktion mit geringem Neigungswinkel. Welche Werte der Neigungswinkel annehmen darf, regeln die Landesbauordnungen. Größter Vorteil dieser Dachform ist die Tatsache, dass ein Flachdach den Bauherren unterschiedlichste Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Es kann beispielsweise eine Dachterrasse angelegt oder das Flachdach begrünt werden. Zudem ist der Einbau eines Oberlichts und damit die natürliche Beleuchtung innenliegender Räume möglich.

Allerdings bringt ein Flachdach auch Nachteile mit sich. Im Gegensatz zum Satteldach sind Flachdächer wartungs- und pflegeintensiver. Problematisch kann das Flachdach im Winter werden: Größere Mengen Schnee erhöhen die Auflast, weshalb ein Flachdach in kalten und niederschlagsreichen Wintern zu beräumen ist. Eine weitere Schwierigkeit betrifft die Abdichtung des Flachdachs, die keine Fehler verzeiht.

Satteldach

Die wohl bekannteste und gebräuchlichste Dachform in Deutschland ist das Satteldach, dessen Konstruktion sich in Mitteleuropa bereits seit Jahrhunderten bewährt hat. Zwei geneigte Flächen treffen im höchsten Punkt, dem Dachfirst, aufeinander. Je nach Das Satteldach ist die häufigste Dachform bei Einfamilienhäusern. – © Reiner Wellmann - Fotolia.com Neigungswinkel der Dachflächen und Symmetrie entstehen unterschiedliche Formen des Satteldachs. Allen gemein ist ein grundlegender Vorteil: die einfache Konstruktion macht das Satteldach kostengünstig, einfach zu decken und unkompliziert in der Pflege. So entfällt etwa das Beräumen von Schnee im Winter. Gleichzeitig eignet sich das Satteldach auch zur Installation einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage. Daneben entsteht im Innenraum eine zusätzliche Fläche, die sich als Wohnraum oder Speicher nutzen lässt.

Walmdach

In seiner Ausführung dem Satteldach ähnlich ist das Walmdach. Allerdings wird dessen Konstruktion durch Dachschrägen auf der Giebelseite ergänzt. Damit bietet das Walmdach der Witterung noch weniger Angriffsfläche, schränkt aber gleichzeitig den Raum unterhalb des Dachs ein.

Pultdach

Pultdächer mit nur einer Dachschräge und dem First auf der Hohen Mauer waren lange Zeit Nebengebäuden und Anbauten vorbehalten. Inzwischen hat sich diese Dachform aber auch für freistehende Gebäude etabliert. Das Pultdach bietet Bauherren vollkommen neue Gestaltungsmöglichkeiten: So lässt sich ein flaches Pultdach zum Beispiel begrünen oder für eine Solaranlage nutzen. Gleichzeitig bleibt eine größere Fassadenfläche für Fenster erhalten, was helle und offen wirkende Innenräume ermöglicht und beim Energiesparen hilft. Wenn mehrere Pultdächer miteinander kombiniert werden, entstehen zudem interessante Wohnlandschaften. Im ersten Moment gewöhnungsbedürftig dürfte dagegen die durchgehende Dachschräge sei, mit der etwas Wohnfläche verloren geht. Weiterhin ist beim Errichten eines gering geneigten Pultdachs auf eine entsprechende Dichtigkeit und Dachdeckung zu achten.

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