Industriebau

Unter die Bezeichnung Industriebau fällt das Erstellen von Gebäuden, die später industriell - also explizit nicht zum Wohnen - genutzt werden sollen. Dabei müssen Gebäude und Hallen, die für industrielle Zwecke konzipiert werden, ganz bestimmten Anforderungen entsprechen. Welche Anforderungen das im Einzelfall sind, hängt immer von der Branche und den jeweils typischen Arbeitsabläufen ab. So können Industriegebäude in der chemischen Industrie etwa mit bestimmten sicherheitsgeprüften Böden ausgestattet sein, die ein Eindringen von Chemikalien in den Erdboden auch über längere Zeit sicher vermeiden.


Typische Bauwerke im Industriebau

Industriehallen spielen im Industriebau eine große Rolle. Sie werden oftmals zur Lagerung von Waren oder aber als Produktionsstätten genutzt. In ihren Ausmaßen können sich Industriehallen enorm unterscheiden: Je nach Bedarf werden sie geplant und gebaut, wobei insbesondere die Größe der Anlagen, die dort errichtet werden sollen, berücksichtigt werden muss.

Eine Sonderform der Industriehallen sind Leichtbauhallen, die sich wesentlich von ihren Verwandten, den Massivhallen, unterscheiden. Die Vorteile von Leichtbauhallen sind vielfältig: Die Kosten für ihren Aufbau sind geringer als diejenigen, die beim Bau einer Massivhalle anfallen. Leichtbauhallen können schnell auf- und abgebaut werden, so dass auf kurzzeitigen Bedarf eingegangen werden kann. Darüber hinaus sind sie in vielen Fällen flexibel erweiterbar und umbaufähig.

Auf der anderen Seite sind die Einsatzgebiete von Leichtbauhallen beschränkt: Ihre Bauweise erlaubt nicht in jedem Fall, die notwendigen Rahmenbedingungen für bestimmte Arbeitsabläufe zu schaffen. Primär werden sie aus diesem Grund auch lediglich zur Lagerhaltung oder zur Präsentation von Produkten genutzt.

Von Industriehallen unterscheiden sich Büro- und Verwaltungskomplexe, die in einem gewissen Maße auch zum Industriebau zu rechnen sind. Hier stehen weniger bestimmte branchentypische Kriterien im Vordergrund als vielmehr Aspekte, die ein reibungsloses Arbeiten in der Organisationsstruktur eines Unternehmens fördern. So kann die Größe einzelner Etagen auf Abteilungsgrößen angepasst werden, damit ein schneller Austausch von Informationen gewährleistet ist. Auch müssen Büro- und Verwaltungskomplexe großer Firmen repräsentieren: Nicht selten ist bei solchen Gebäuden also mehr architektonische Kreativität gefragt als bei Hallen oder Lagerräumen.

Funktionalität und Sicherheit

Egal ob es sich um Produktionsstätten oder Büro- und Verwaltungsgebäude handelt - Gebäude, die im weitesten Sinne dem Industriebau zuzurechnen sind, müssen immer auch funktional und vor allem sicher sein. Funktionalität von Gebäuden, die als Produktionsstätten oder als Lagerraum dienen, kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise erreicht werden: Sind etwa bestimmte Maschinen in dem Gebäude untergebracht, müssen diese gut erreichbar sein. Auch der Anschluss an die Infrastruktur spielt bei Industriebauten oftmals eine große Rolle: Der direkte Anschluss an eine Bahnstrecke oder Autobahn zum Beispiel ist gerade beim produzierenden Gewerbe vorteilhaft.

Je nachdem, für welche Branche das Industriegebäude konzipiert wurde, müssen unterschiedlichste Sicherheitsvorkehrungen eingeplant werden - so zum Beispiel Schleusen, die ein Austreten von schädlichen Substanzen durch verunreinigte Schuhe oder Kleidung der Arbeiter verhindern. Auch bei Büro- und Verwaltungskomplexen muss der Sicherheit ein bedeutender Stellenwert eingeräumt werden. In aller Regel arbeitet in solchen Gebäuden eine Vielzahl von Angestellten, die im Falle eines Brandes oder eines anderen Notfalls schnell und sicher das Gebäude verlassen können müssen.

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