Tunnelbau

Der Tunnelbau gehört mit Sicherheit zu den anspruchsvollsten Tätigkeitsbereichen im Bauwesen. Unter den Begriff Tunnelbau fallen dabei Tätigkeiten, die darauf hinwirken, dass ein Durchgang von gewisser Länge ober- oder unterhalb der Erdoberfläche entsteht. Tunnel kommen in unterschiedlichen Kontexten zum Einsatz: Insbesondere beim Ausbau der öffentlichen Infrastruktur, bei der Rohstoffgewinnung und im Zuge der Versorgung mit beispielsweise Wasser sind sie anzutreffen.


Einsatzgebiete von Tunneln

Der Prototyp eines Tunnels ist ein Bauwerk, das landschaftliche Barrieren umgeht, indem es durch sie hindurch oder unter ihnen herführt. Die anspruchsvollen Bauwerke sorgen somit dafür, dass Ziele direkter und schneller erreicht werden können. Nicht nur durch Berge führen Tunnel, sie überwinden oder Tunnel sind ein sehr wichtiges Bauwerk, denn sie ermöglichen eine optimale Infrastruktur in unzugänglichen oder verkehrsstarken Gebieten oder die unsichtbare Verlegung von Versorgungsnetzen. – © evangelo66 - Fotolia.com untertunneln auch Flüsse, Meerengen oder dicht besiedelte oder stark genutzte Flächen. In letzterem Fall können Tunnel auch eine Lärmschutzfunktion übernehmen.

Alleine mit der Beschreibung des Nutzens eines Tunnels ist allerdings noch nichts über die Nutzer desselben gesagt. Nutzer von Verkehrstunneln können nicht nur Autofahrer sein, sondern auch Eisenbahnen, S-Bahnen, U-Bahnen, Schiffe und sogar Fußgänger. Die Konzeption eines Tunnels muss dabei immer an die entsprechende Nutzergruppe angepasst sein, damit das Bauwerk nutzbar, sicher und wirtschaftlich ist.

Tunnel spielen allerdings nicht nur in Sachen öffentlicher Infrastruktur eine wichtige Rolle. Auch im Kontext der Rohstoffgewinnung sind sie in abgewandelter Form vorzufinden. In diesem Bereich spricht man oft auch von Stollen. In unseren Gefilden sind solche Bauwerke insbesondere im Bergbau zu finden. Im Vergleich zu klassischen Tunneln weisen Stollen nur einen Zugang zur Erdoberfläche auf - aus diesem Grunde stellen sie eigentlich eine eigenständige Form dar.

Auch in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung spielen Tunnel eine wichtige Rolle. Durch den unterirdischen Verlauf solcher Transportwege wird vermieden, dass wertvoller Lebensraum für die Versorgungsanlagen genutzt werden muss. Hinzu kommt selbstverständlich auch eine ästhetische Komponente: Durch unterirdisches Tunnelwerk wird der öffentliche Raum ästhetisch geschont und kann freier gestaltet werden.

Herausforderungen im Tunnelbau

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich unterschiedliche Tunnelbauweisen entwickelt. Wichtig ist dabei immer, dass sich die gewählte Option an den geologischen Gegebenheiten, die sehr unterschiedlich gelagert sein können, orientiert. Gesteine und Erde können dabei auf unterschiedliche Art und Weise gebrochen und entfernt werden - etwa mithilfe von Sprengungen und Bohrungen. Auch hinsichtlich Der Tunnelbau erfordert Höchstleistung in der Ingenieurskunst. – © olly - Fotolia.com der Absicherung gibt es verschiedene Vorgehensweisen, die anhand der geologischen Bedingungen gewählt werden müssen.

Tunnel, die durch Berge hindurchführen, müssen in geschlossener Bauweise errichtet werden. Das bedeutet, dass ein Tunnel dadurch entsteht, indem von einer oder beiden Seiten des Berges Bohrungen, Sprengungen und Grabungen vorgenommen werden. Andere Tunnel wiederum werden in offener Bauweise errichtet - während der Bauphase befindet sich also keine Abdeckung über der Baustelle. Später, wenn der Tunnel auch nach oben befestigt ist, kann er geschlossen werden, so dass die Fläche darüber genutzt werden kann.

Tunnelbauvorhaben sind kosten- und zeitintensiv: Was für den öffentlichen Raum gilt, gilt auch für private Tunnelbauarbeiten. Neben der Beachtung der geologischen Gegebenheiten muss beim Tunnelbau auch viel Wert auf Sicherheitssysteme gelegt werden. Beispielsweise ist die Integration von Stütz- und Belüftungssystemen, Fluchtwegen sowie Brandmeldern und Sprinkleranlagen unerlässlich.

Weitere Informationen rund um den Tiefbau



Copyright 2017 Bauwesen.de