Wasserbau

Zahlreiche Bauanlagen stehen in Zusammenhang mit dem Element Wasser: Wasserkraftwerke, Kanäle, Häfen und Kanalisations- und Wasserversorgungswege sind hierfür nur einige Beispiele. Da das Bauen von Anlagen, die mit Wasser in Berührung kommen oder der Nutzbarmachung von Wasser dienen, ganz eigene Anforderungen an Ingenieure stellt, hat sich der Wasserbau als ein eigenständiger Teilbereich des Bauwesens herauskristallisiert. Das Bauen im Zusammenhang mit dem Element Wasser ist dabei immer eine Herausforderung: Es müssen Mittel und Wege gefunden werden, das Element zu bändigen, damit es keine Schäden an Bauwerken und Anlagen verursacht.


Typische Bauwerke im Wasserbau

Eine bedeutende Rolle kommt im Wasserbau solchen Bauten zu, die Wasser für uns nutzbar machen. Ein wichtiger Bereich ist dabei der Wasserkraftanlagenbau. Wasserkraftanlagen ermöglichen die Nutzung der Wasserströmungsenergie. Diese Energie, die Wasser von Natur aus mitbringt, kann in Kraftwerken in Strom umgewandelt werden. Die gewonnene Energie steht dann zur Verfügung, um die unterschiedlichsten Anwendungen sowohl in Privathaushalten als auch in der Industrie zu erschließen. Wichtige Bestandteile von Wasserkraftwerken sind Stauungsanlagen und Turbinen, die von der Wasserkraft angetrieben werden können. Wasserkraftwerke können dabei unterschiedlich gebaut und auf unterschiedliche Rahmenbedingungen abgestimmt sein. So gibt es etwa Gezeitenkraftwerke, die das Wechselspiel von Ebbe und Flut nutzen, sowie Wellenkraftwerke, die sich der Energie von Meereswellen bedienen.

Andere typische Bauanlagen, die der Wasserbau hervorbringt, sind beispielsweise Kanäle, Schleusen und Häfen. In diesem Bereich leistet der Wasserbau einen wichtigen Beitrag zur Infrastrukturpflege und sorgt dafür, dass wirtschaftlicher Handel auch über das Meer und die Flüsse abgewickelt werden kann. Häfen wie der Hamburger Hafen - der drittgrößte Seehafen Europas - sind für die Wirtschaft Deutschlands unerlässlich; erschlossen werden durch den Hamburger Hafen beispielsweise Handelsoptionen mit über 170 Ländern der Welt.

Gewässerbau

Wasserbau muss aber nicht immer nur mit wirtschaftlichen Interessen wie Handel und Energiegewinnung verbunden sein. Ein wichtiger Bereich innerhalb des Wasserbaus ist auch der Gewässerbau. Im Bereich des Flussbaus wurden zwar in der Vergangenheit aus wirtschaftlichen Interessen auch oftmals drastische Eingriffe in die Natur vorgenommen - mittlerweile gibt es aber auch zahlreiche Bemühungen um eine teilweise Renaturierung von Flüssen und Seen. Hier wird die Uhr durch viel Arbeit wieder zurückgedreht und das Gewässer wieder zu einem Gebiet gemacht, in dem Tiere und Pflanzen gute Lebensmöglichkeiten vorfinden.

Hochwasserschutz

Nicht vergessen werden darf dabei allerdings auch, dass bauliche Maßnahmen - sei es am Meer oder an Seen und Flüssen - zum Teil aber auch aus dem Grunde erforderlich sind, damit Menschen vor Überschwemmungen geschützt werden können. Wasserbauingenieure sind dementsprechend auch häufig im Bereich des Hochwasserschutzes tätig. Hier ist ein Eingriff in die Natur aus Sicherheitsgründen oft nicht zu vermeiden.

Wasserstraßen

Auch Wasserstraßen müssen gebaut werden, damit sie beschiffbar und somit wirtschaftlich nutzbar sind. Die Bundesanstalt für Wasserbau besitzt eine wichtige Bedeutung für die Bundeswasserstraßen Deutschlands. Sie ist dafür zuständig, dass Wasserstraßen ausgebaut, neu gebaut, betrieben und unterhalten werden. All das muss koordiniert werden, damit Handelswege dauerhaft erhalten bleiben.

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